Essverhalten und Essstörungen
Schon seit Langem isst der Mensch in den westlichen Nationen nicht mehr nur zur Lebenserhaltung: Der Überfluss an Lebensmitteln, deren finanzielle Erreichbarkeit, Traditionen, veränderte Lebensweisen sind nur einige der Ursachen dafür, dass Essen in unseren Kulturkreisen eine viel weitere Bedeutung als die der Aufrechterhaltung des Organismus bekommen hat.
Gleichzeitig hat Essen tiefliegende emotionale Wichtigkeit für die Menschen. So ist der Vorgang des Stillens beispielsweise seit vielen Jahren Gegenstand nicht nur der Wissenschaft, sondern auch gefragtes Thema bei zahlreichen Müttern, Vätern und Kindern.
Essen begleitet mehr oder weniger genussvoll unser Leben, von der prächtigen Kindergeburtstagstorte über die gemeinsame Pizza mit der ersten Freundin/dem ersten Freund und das angespannte Geschäftsessen bis hin zum feierlichen Weihnachtsessen im Kreis der Familie.
Essen ist heute bei vielen Menschen nicht nur Teil des Lebens, sondern Hauptthema ihres Lebens. Schlankheitsideale versprechen unterschwellig ein Leben in Vollkommenheit und Anerkennung. Glück, Liebe und Freundschaft scheinen bei unkritischer Betrachtung abhängig von Aussehen und Figur zu sein.
Jeder Mensch hat ein bestimmtes Essverhalten, das heißt bestimmte Gewohnheiten, Vorlieben, Eigenheiten und Einstellungen. Der Bezug zum Essen kann sehr individuell und persönlich sein, eine Vereinheitlichung zum einzig richtigen und gesunden Essverhalten ist ebenso wenig sinnvoll, wie vom einen einzig richtigen Gewicht pro Person zu sprechen.
Nicht jedes gestörte Essverhalten muss eine Essstörung sein, kann aber den Beginn einer solchen darstellen.
Essstörungen zeichnen sich dadurch aus, dass jede Gewichtsschwankung, sei sie auch noch so gering, einen Stimmungsumschwung mit sich bringt, dass alle Gedanken um Essen oder Nicht-Essen kreisen, dass Essen nicht mehr genießen, sondern schlechtes Gewissen bedeutet, Kalorienzählen, Heimlichkeit, Gier, depressive Verstimmungen, dass das Essen zur täglichen Bedrohung wird.
Essstörungen gründen auf einer Vernetzung von Ursachen: Neben biologischen und gesellschaftlichen Faktoren spielen persönliche und familiäre Faktoren eine wichtige Rolle. Jede Essstörung ist trotz teilweise einheitlicher Symptomatik eine individuelle Lebensgeschichte.
Die Selbsttests bieten Erwachsenen und Jugendlichen nun die Möglichkeit, eine Rückmeldung über ihr Essverhalten zu erhalten. Dazu werden, je nach Test, eine Reihe von Fragen zum aktuellen Essverhalten gestellt.
Anschließend erhält der/die Benutzer/in ein Feedback zu seinem/ihrem Konsummuster. So erhält man Informationen zu eventuellen Risiken und erste Tipps für die Einleitung einer möglichen Veränderung.
Zusätzlich gibt es eine Reihe ausgewählter Links zu Seiten mit Informationen und eine aktualisierte Liste von Unterstützungs- und Hilfsangeboten in Südtirol.
Die Selbsttests sind kein Ersatz für eine persönliche und individuelle Beratung! Eine erste Einschätzung des eigenen Essverhaltens, kombiniert mit nützlichen Informationen, kann jedoch ein erster wichtiger Schritt in Richtung Veränderung von Konsumgewohnheiten sein, also: teste dich selbst!